Eine Reise nach Südamerika ist für viele ein absoluter Traum – von den Gletschern Patagoniens bis zu den Ruinen von Machu Picchu. Allerdings ist das Thema Sicherheit dort ein ständiger Begleiter.
Man muss den Kontinent weder als rechtsfreie Zone fürchten noch blauäugig drauflosreisen. Mit der richtigen Vorbereitung und gesundem Menschenverstand lässt sich das Risiko enorm minimieren.
Die größten Gefahren für Touristen
Die Risiken in Südamerika unterscheiden sich stark von denen in Europa. Die drei relevantesten Gefahrenbereiche für Reisende sind:
Kriminalität (Diebstahl & Raub)
- Kleinkriminalität: Taschendiebstahl und Trickbetrug (z. B. das unbemerktes Verschmutzen von Kleidung, um das Opfer beim "Säubern" abzulenken) sind in fast allen Großstädten und an touristischen Hotspots an der Tagesordnung.
- Bewaffnete Raubüberfälle: Im Gegensatz zu Europa wird bei Raubüberfällen in Südamerika häufiger physische Gewalt angedroht oder angewendet (meist mit Messern oder Schusswaffen).
- Express-Entführungen: Vor allem in Ländern wie Venezuela oder Teilen von Ecuador/Kolumbien kommt es vor, dass Opfer kurzzeitig festgesetzt werden, um sie zu zwingen, an Geldautomaten das Tageslimit abzuheben.
Gesundheit & Natur
- Tropenkrankheiten: Mücken sind das statistisch gefährlichste Tier Südamerikas. Sie übertragen Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika oder Gelbfieber.
- Naturkatastrophen: Die Andenregion (Chile, Peru, Ecuador) ist seismisch hochaktiv; Erdbeben und Vulkanausbrüche kommen immer wieder vor.
Verkehr & Transport
- Nachtbusse: Busse sind das Hauptverkehrsmittel, aber Fahrten bei Nacht bergen Risiken durch übermüdete Fahrer, schlecht ausgebaute Serpentinenstraßen und das Risiko von Straßenbarrikaden oder Überfällen im Dunkeln.
- Inoffizielle Taxis: Das Einsteigen in ein unregistriertes Taxi an der Straße (besonders nachts) ist eine der häufigsten Fallen für Express-Entführungen oder Raub.
Die sichersten Länder Südamerikas
Laut dem Global Peace Index (GPI) und Reiseexperten gibt es ein deutliches Süd-Nord-Gefälle in puncto Sicherheit auf dem Kontinent. Der Süden gilt als deutlich stabiler und sicherer.
- Uruguay Platz 1-2 (Sehr hoch) Extrem stabile Demokratie, hohe soziale Absicherung, entspannte Atmosphäre ("die Schweiz Südamerikas"). In Teilen der Hauptstadt Montevideo ist nachts dennoch Wachsamkeit geboten.
- Argentinien Platz 1-2 (Sehr hoch) Naturregionen wie Patagonien sind extrem sicher. Sehr gute touristische Infrastruktur. Durch die hohe Inflation gibt es in Großstädten wie Buenos Aires vermehrt Taschendiebstahl.
- Chile Platz 3 (Hoch) Professionelle Polizei, funktionierender Rechtsstaat, hervorragende Infrastruktur. Erdbebengefahr; Taschendiebstahl in Großstädten wie Santiago oder Valparaíso.
- Vorsicht bei: Venezuela, Ecuador und Teilen Kolumbiens. Venezuela leidet unter einer schweren humanitären und politischen Krise. Ecuador kämpft derzeit mit massiven Problemen durch organisierte Drogenkriminalität. In diesen Ländern ist die Sicherheitslage abseits der absoluten Touristen-Hotspots oft instabil.
Die goldenen Sicherheitsregeln für die Reise
Wenn du dich an diese Grundregeln hältst, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass dir auf deiner Reise etwas zustößt, drastisch:
- Wertsachen minimieren & verstecken: Vor dem Verlassen der Unterkunft. Lass teuren Schmuck, teure Uhren und dicke Kameras zu Hause oder im Hotelsafe. Trage dein Smartphone nicht offen in der Hand. Ein günstiges "Zweithandy" für unterwegs ist ein bewährter Backpacker-Trick.
- Keine Gegenwehr bei Raub: Im Ernstfall. Solltest du trotz aller Vorsicht überfallen werden: Spiele nicht den Helden. Gib Geld und Handy widerstandslos heraus. Die Täter sind oft nervös und zögern im Zweifel nicht, Waffen zu benutzen. Materielle Dinge lassen sich ersetzen.
- Fahrten klug planen: Unterwegs. Nutze nach Einbruch der Dunkelheit keine regulären Straßentaxis. Bestelle Taxis per App (z. B. Uber oder Cabify) oder lass sie dir vom Hotel/Restaurant rufen. Vermeide wenn möglich Busfahrten mitten in der Nacht.
- Lokale Tipps einholen: Täglicher Check. Frag an der Rezeption deiner Unterkunft aktiv nach: "In welche Straßen oder Viertel sollte ich lieber nicht gehen?" Die Einheimischen kennen die Straßenzüge, die man schon ein paar Blocks weiter meiden sollte, ganz genau. mei
Foto: Pixabay

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